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Bad Bramstedt | Kreisverwaltung Segeberg

Wieder Wasser im Teich am Neubaugebiet

Bad Bramstedt (em) Das Wasser ist zurück in den Teichen und Gräben rund um das Bad Bramstedter Neubaugebiet an der Bimöhler Straße.

Gezielte Maßnahmen der Wasser- und der Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg haben negative Auswirkungen auf die nahegelegenen Gewässer wirksam gepuffert. Am Mittwochmorgen, 31. Mai führte der hauptbetroffene Teich zur Freude aller Beteiligten wieder Wasser. In dem Baugebiet werden derzeit Erschließungsarbeiten durchgeführt. Für diese muss der Grundwasserspiegel durch Abpumpen vorübergehend abgesenkt werden.

Zur Vorgeschichte: Mitte Mai erreichten Wasserbehörde und Naturschutzbehörde des Kreises Hilferufe eines besorgten Bürgers. Er hatte bemerkt, dass ein Teich südlich des Neubaugebiets ausgetrocknet war. Zudem befürchtete er negative Folgen für das unterhalb angrenzende Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet „Osterautal“. Ein Behördenmitarbeiter stellte noch am selben Tag vor Ort fest, dass nicht nur Gewässer im direkten Einflussbereich des Baugebiets, sondern auch einige Gräben und Teiche im weiteren Umfeld wenig bis gar kein Wasser mehr führten. Zunächst war nicht klar, ob die aktuellen Grundwasserabsenkungen die Ursache dafür sein konnten.

Wasser- und Naturschutzbehörde prüften daher, ob Witterungseinflüsse sowie andere Gegebenheiten oder Maßnahmen in der Umgebung eine Rolle spielten. In den Folgetagen wurden die Flächen mehrfach von Mitarbeitern der Kreisverwaltung begangen. Dabei sollte auch geklärt werden, ob tatsächlich Auswirkungen auf das FFH-Gebiet drohten. Die Fachleute waren sich jedoch relativ schnell sicher, dass keine bedeutsamen Folgen für das nach EUKriterien geschützte Gebiet mit seinen Lebensräumen und Arten zu befürchten sind.

Das FFH-Gebiet liegt mit seinen wesentlichen Teilen mindestens einen Meter tiefer als der trockengefallene Tümpel außerhalb des Schutzgebiets. Nur zwei Stillgewässer im Schutzgebiet, die etwas höher liegen und keinen direkten Kontakt zur Osterau haben, wiesen einen gegenüber dem üblichen Niveau um zehn Zentimeter geringeren Wasserstand auf. Abweichungen dieser Art sind aber in derartigen Gewässern als normale Schwankungen und für die Natur unbedenklich anzusehen.

Bei dem hauptbetroffenen Teich außerhalb des Schutzgebiets handelt sich um einen ehemaligen Fischteich mit einer maximalen Wassertiefe von 20 bis 40 Zentimetern. Die Experten des Kreises recherchierten im Dialog mit der Stadtverwaltung Bad Bramstedt nach den Gründen für das plötzliche Trockenfallen. Anfang vergangener Woche stand schließlich fest, dass die Grundwasserabsenkungen tatsächlich die Ursache für die ausgetrockneten Tümpel war.

Die zuständige Baufirma war auf Vorschlag der Behörden sofort bereit, nördlich des Teiches ein weiteres flaches Versickerungsbecken anzulegen und größere Mengen des im Baugebiet abgepumpten Wassers dort einzuleiten. Dadurch wurde der Teich auf Umwegen wieder mit Wasser gespeist. Um die Organismen zu schützen, die in dem Tümpel leben, sahen die Behörden davon ab, das Wasser direkt einzuleiten.

Nach Aussage der ausführenden Firmen sollen jene Erschließungsarbeiten, die ein Absenken des Grundwassers erforderlich machen, in rund zwei Wochen abgeschlossen sein. Wasser- und Naturschutzbehörde werden den Bereich weiter im Auge behalten. Langfristig sind Veränderungen im Grundwasserhaushalt durch die Versiegelungen der Bebauung nicht ausgeschlossen beziehungsweise sogar zu erwarten. Sie waren im Bauleitplanungsverfahren bereits thematisiert. Zur naturschutzrechtlichen Kompensation sollen auf Stadtgebiet Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Auch mögliche Auswirkungen des Baugebietes auf das FFH-Gebiet „Osterautal“ wurden im Verfahren betrachtet. Eine Prüfung ergab jedoch, dass nicht mit erheblichen Beeinträchtigungen auf die Lebensräume und Arten im Schutzgebiet zu rechnen ist.